19.06.2017Arbeit bei hochsommerlichen Temperaturen

Arbeit bei hochsommerlichen Temperaturen

Arbeit im Freien bei hochsommerlichen Temperaturen © Fotolia

Arbeiten bei hochsommerlichen Temperaturen erfordert die richtige Bekleidung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr (am besten kohlensäurearmes Mineralwasser), ggf. Sonnenschutz und eine an die Wärme angepasste körperliche Arbeitsleistung.

Warum das so ist, wird im Folgenden erläutert:

Für eine normale Körperfunktion ist ein ausgeglichener Wärmehaushalt unerlässlich. Der Mensch ist über einen breiten Umgebungstemperaturbereich in der Lage, die Körperkerntemperatur konstant bei ca. 37 °C zu halten. Bereits durch den allgemeinen Stoffwechsel und Muskelarbeit wird Wärme produziert, die abgeführt werden muss. Durch körperliche Arbeit entsteht noch deutlich mehr Abwärme. Im mittleren Temperaturbereich (15 bis 25°C) gibt der Körper die Abwärme problemlos an die Umgebung ab. Dies geschieht vor allem durch Wärmestrahlung und durch Wärmeleitung immer vom wärmeren zum kühleren Medium, d. h. die unbekleidete Haut erwärmt die umgebende kühlere Luft. Durch Konvektion (Luftbewegung/Wind) wird dieser Effekt verstärkt.

Nimmt die Temperaturdifferenz zwischen Körper und Umgebung bei steigenden Umgebungstemperaturen weiter ab, funktioniert die Wärmeabgabe auf diese Weise nicht mehr so gut, weil der Temperaturgradient sinkt und sich ab etwa 35°C sogar umkehrt. Der Körper wird dann von Außen noch zusätzlich aufgeheizt. Es besteht die Gefahr schwerer gesundheitlicher Schäden, z. B. des Hitzschlages (einer Überwärmung des Körperkernes). Die einzige Möglichkeit, in dieser Umgebung Wärme abzugeben, besteht darin, die Hautoberfläche anzufeuchten und den bei der Verdunstung von Flüssigkeiten entstehenden Wärmeverlust zur Abkühlung zu nutzen. Der gesunde Mensch schwitzt. Dieser physiologische Vorgang ist jedoch mit einem Verlust von Salz und Wasser verbunden, der zeitnah durch zusätzliche Trinkmengen ausgeglichen werden muss. Ab einem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen von etwa 2 % des Körpergewichtes ist mit negativen Folgen für die Gesundheit zu rechnen. Neben starkem Durst können Hitzekrämpfe und Erschöpfung bis zur Bewusstlosigkeit auftreten.

Der Flüssigkeitsausgleich durch das Trinken alkoholfreier Getränke ist nicht unbegrenzt möglich, weil der Verdauungstrakt nur eine begrenzte Flüssigkeitsmenge pro Zeiteinheit resorbieren kann. Deshalb sollen statt großer Trinkmengen in größeren Zeitabständen eher häufiger kleinere Mengen aufgenommen werden (z. B. 200 ml/30 min).

Bei Arbeiten im Freien wird dem Körper durch Sonneneinstrahlung zusätzlich eine enorme Energiemenge zugeführt, die durch Schwitzen ausgeglichen werden muss. Zudem kann es zu unmittelbaren Schäden kommen wenn der unbedeckte Kopf und Körper der Sonne direkt ausgesetzt wird (Sonnenstich: Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit). Zum Schutz empfiehlt sich das Tragen heller, gut belüfteter Kleidung und einer Kopfbedeckung.

Fazit:

  • ausreichend trinken (alkoholfreie Getränke mit wenig Kohlensäure)
  • häufiger kleine Mengen trinken
  • helle, gut belüftete Kleidung tragen, damit der Schweiß verdunsten kann
  • im Freien Kopfbedeckung tragen und Sonnenschutz für die ungeschützten Körperteile verwenden (einschließlich geeigneter Sonnenbrille)
  • häufiger Kurzpausen einlegen, möglichst im Schatten

Weitere Infos:

Wir empfehlen das Faltblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

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